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Rezensionen


Der Autor:
Josef Schöttner
Josef Schöttner

Warum dieses Buch?

In diesem Buch habe ich meine Erfahrungen aus mehr als 25 Jahren Beratungsarbeit in der Fertigungsindustrie zusammengefasst.

Mein Fazit: Die Unternehmen bringen durch hervorragende Ingenieurleistungen überwiegend Top-Produkte hervor, die weltweit gefragt sind. Gleichzeitig leisten sich viele Firmen insbesondere in den fertigungsvorgelagerten Prozessen eklatante Versäumnisse in der Arbeits- und Datenorganisation.

Die Folge: Einbußen bei Produktivität, Wirtschaftlichkeit und Rentabilität.

Auch wenn die Unternehmen derzeit größtenteils glänzende Geschäfte machen, sollte dringend gehandelt werden!

Das Buch zeigt detailliert die Defizite und ihre Ursachen sowie substantielle Lösungen.


Artikel des Autors zum Buchinhalt

Strategiebuch: Kostensenkung in der Fertigungsindustrie

Konzepte und Strategien für eine ganzheitliche Arbeits- und Datenorganisation – Voraussetzung für das Digitale Unternehmen mit maximaler Wirtschaftlichkeit.

Buch zu Umsatz, Rendite und Kostenproblem der Fertigungsindustrie von Josef Schöttner

Josef Schöttner

Umsatz gut, Rendite mangelhaft

Das Kostenproblem der Fertigungsindustrie

Warum IT, Digitalisierung, PLM & Co. allein nichts ändern – Ursachen und Lösungen

Carl Hanser Verlag München

06/2017, geb.

272 Seiten, 55 Abb.

Print-ISBN

E-Book-ISBN

978-3446453401 | 

978-3446453487 | 

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Whitepaper von Josef Schöttner


Zielgruppe

Bereiche: Management, Engineering und Wirtschaftsingenieurwesen
Geschäftsleitung und Führungskräfte in der Fertigungsindustrie
Entwicklungsingenieure, Konstrukteure und AV-Fachleute
Projektleiter, Prozess-Designer und Qualitätsmanager
Strategie-, Management- und IT-Berater
Studierende der Betriebswirtschaft und Ingenieurwissenschaften

Themen des Buchs

Die herausragende Bedeutung der fertigungsvorgelagerten Bereiche Entwicklung, Konstruktion, Arbeits- und Prozessplanung für die Rentabilität der Unternehmen der Fertigungsindustrie (Maschinen- und Anlagenbau, Fahrzeug- und Flugzeugbau etc.).

Arbeits- und Datenorganisation bzw. Prozess- und Informationsmanagement weisen mehr oder weniger große Defizite auf, da überwiegend nur unzureichende Teillösungen auf Abteilungsebene ohne Gesamtsicht auf das Unternehmen realisiert werden.

Zukunftsrelevante Strategien und Methoden wie Mass Customization, Teilestandardisierung, Produktmodularisierung und Baukastenkonstruktion – also flexible und profitable Individualkonfiguration anstelle von unwirtschaftlicher Individualkonstruktion – bleiben vielfach ungenutzt.

Die Geschäftsleitung verkennt die enorme Bedeutung des Produktionsfaktors "Information", Informationstechnik wird demzufolge lediglich als unvermeidbare Notwendigkeit gesehen, nicht aber deren großer Einfluss auf die Unternehmensleistung.

Die Digitalisierung der Prozesse im Kontext der Smart Factory erfordert den Aufbau eines integralen Informationsmanagements; ohne unternehmerische Sichtweise und Entscheidungskompetenz der Geschäftsleitung ist dies nicht möglich.

Exzellentes Prozess- und Informationsmanagement sowie strategische Engineering-Methoden sind grundlegende Elemente zur Unternehmensentwicklung, mit denen die Geschäftsleitung die Kosten senken und die Rendite nachhaltig steigern kann.

Inhaltsübersicht

Kapitel I: Situation der Fertigungsindustrie

Seit den Jahren des Wirtschaftswunders bis in die heutigen Tage sehen sich Unternehmen der Fertigungsindustrie permanenten Veränderungen gegenüber. Vornehmlich auf die Herausforderungen der Globalisierung und im Besonderen auf die zunehmende Bedeutung der globalisierten Wertschöpfungsketten müssen geeignete Antworten gefunden werden. Es entstehen neue Märkte, aber auch neue Mitbewerber, es tun sich großartige Chancen auf, aber auch beunruhigende Risiken. Die kritischen Themen heißen unter anderem Wettbewerb, Innovation, Ökologie, Wachstum und Wirtschaftlichkeit. Es braucht Lösungen, um die Leistungsfähigkeit unter den gegebenen Bedingungen zu erhalten und die Zukunftsfähigkeit zu sichern.
Globalisierung
Outsourcing
Wettbewerb
Innovation
Ökologie
Wachstum
Wirtschaftlichkeit

Kapitel II: Informationsmanagement

Die Ausführung von Geschäftsprozessen in der Fertigungsindustrie erfolgt inzwischen nahezu vollständig mittels diverser Informationstechnik. Um die Arbeitsproduktivität zu erhöhen, wird ein hoher Aufwand betrieben. Jedoch sind die Ergebnisse häufig ernüchternd. Was in einem Unternehmen ohne Informationstechnik schlecht organisiert abläuft, kann mit Informationstechnik kaum besser werden. Die alleinige Beschaffung von IT-Systemen löst keines der Probleme. Das Fehlen geeigneter Strategien und Konzepte führt zwangsläufig zu mangelnder Datentransparenz, unzulänglicher Datenqualität und lückenhafter Systemintegration. Auch der Datensicherheit wird nicht durchweg die erforderliche Beachtung geschenkt.
Beschaffung ohne Strategie
Mangelnde Datentransparenz
Unzulängliche Datenqualität
Lückenhafte Systemintegration
Kritische Datensicherheit

Kapitel III: Entwicklung und Konstruktion

Die Leistungsfähigkeit von Entwicklung und Konstruktion bestimmt in hohem Maße die Leistungsfähigkeit des Unternehmens. Trotzdem, dass vielerorts 3D-CAD-Systeme zum Einsatz kommen, werden die Möglichkeiten zur Verkürzung der Produktentwicklung mittels systemgestützter Auslegung, Analyse und Simulation nur mäßig genutzt. CAD-Software dient lediglich als "3D-Konstruktionsmaschine". Die Zahl "handgemachter" Konstruktionsteile wächst explosionsartig. Kundengetriebene "Einzelstücke" binden teure Entwicklungskapazität, rufen Qualitätsprobleme hervor, verursachen hohe Fertigungskosten und führen nicht selten zu Terminproblemen. Ein Ergebnis von Kreativität mit falscher Zielsetzung. Zukunftsweisende Strategien wie Standardisierung und Normierung, Modularisierung, Baukastenkonstruktion sowie Varianten- und Produktkonfiguration basierend auf Beziehungswissen bleiben außen vor.
Ungenutzte Möglichkeiten
Kreativität mit falscher Zielsetzung
Standardisierung, Modularisierung und Baukastenkonstruktion
Varianten und Mass Customization
Organisations- und Arbeitsstruktur

Kapitel IV: Arbeits- und Datenorganisation

Unternehmen der produzierenden Industrie investieren enorme Summen in neueste Informationstechnik. Es wird das Ziel verfolgt, die Kenngrößen Time-to-Market, Auftragsdurchlaufzeit, Kundenzufriedenheit, Marktanteil sowie Umsatz und Gewinn zu verbessern. Die Prozess-Leistungsgrößen Zeit, Kosten und Qualität sollen hierfür signifikant optimiert werden. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit klafft jedoch meistens eine große Lücke. Um eine positive Veränderung herbeiführen zu können, wird exzellente Arbeits- und Datenorganisation gebraucht, die zukunftsträchtige Konzepte unter anderem für Prozess-, Projekt-, Teile-, Dokumenten-, Varianten-, Änderungs- und Konfigurations- sowie Qualitätsmanagement umfasst. Mit guter Software und dem richtigen Integrationsansatz lässt sich daraus ein wirkungsvolles IT-Unternehmenswerkzeug aufbauen.
Unternehmensprozesse
Prozessorientierte Organisation
Teile- und Artikelmanagement
Dokumentenmanagement
Variantenmanagement
Prozessmanagement
Projektmanagement
Änderungsmanagement
Freigabemanagement
Konfigurationsmanagement
Qualitätsmanagement
Vor- und mitlaufende Kalkulation
Nummerung
Nomenklatur

Kapitel V: Produktionsfaktor Information

Digitale Information hat sich zu einem der bedeutendsten Produktionsfaktoren entwickelt. In den fertigungsvorgelagerten Bereichen eines Industrieunternehmens werden heute so gut wie alle wertschöpfenden Arbeiten mit Hilfe von IT-Systemen ausgeführt. Arbeitsergebnisse in digitaler Form lassen sich schnell erzeugen, einfach ändern und überall nutzen. Damit einher geht ein deutlicher Produktivitätsschub. Andererseits bringt der IT-Einsatz eine riesige Datenflut mit sich, die ohne strategisches Daten- und Informationsmanagement enorme Probleme hervorruft und einen Teil des Produktivitätsgewinns wieder zunichtemacht. Diese Situation wird durch unkontrollierten Ausbau der IT-Systemlandschaft noch verschärft. Umso wichtiger ist planvoller Umgang mit Prozessinformationen. Schließlich ist Information das Kapital unserer Zeit – die schnelle, konsequente und intelligente Nutzung bestimmt seine Rendite.
Informationsmanagement
IT-Systemlandschaft
Informationsfluss

Kapitel VI: IT-Projekte

In Deutschland investieren Unternehmen der Fertigungsindustrie derzeit jährlich rund 20 Milliarden Euro in den Ausbau ihrer Informationstechnik. Trotz der beträchtlichen Aufwände können die Ergebnisse die Erwartungen vielfach nicht erfüllen. Der wirtschaftliche Nutzen steht in keinem stimmigen Verhältnis zu den aufgebrachten Mitteln. Dafür ist eine Vielzahl von Gründen verantwortlich. Drei davon zeigen besonders negative Auswirkungen: Die Erfolgsfaktoren von Projekten werden missachtet, Gemeinsamkeiten und Nahtstellen von Projekten nicht wahrgenommen und überflüssige Software eingeführt. Es mangelt an einer offiziellen IT-Unternehmensstrategie mit der Zielsetzung, das Informationsmanagement konsequent an den Prozessen des Geschäftsmodells auszurichten. Ein unkontrolliertes Vorgehen auf Abteilungsebene ist Ursache für Fehlinvestitionen und viele daraus folgende Probleme, die die Rentabilität belasten.
Enterprise Resource Planning
Product Lifecycle Management
Simulation Data Management
Masterplan

Kapitel VII: Management-Themen

Themen mit Bezug zu Arbeits- und Datenorganisation wie ERP, PDM, Standardisierung, Mass Customization etc. werden automatisch dem Verantwortungsbereich der IT- oder der betreffenden Fachabteilung zugeordnet. Ein ziemliches Problem, da die weitreichenden Auswirkungen von derlei Projekten in der Regel nicht auf ungeteilte Zustimmung stoßen und so meist nicht zu den gewünschten Ergebnissen führen. Es braucht die Entscheidungskompetenz des Managements, um dafür sorgen zu können, dass zukunftsrelevante Lösungen vollständig und bestmöglich umgesetzt werden. Die Funktionen Planung, Organisation, Koordination, Führung und Kontrolle sind grundlegende Managementaufgaben, folglich sind die Themen Entwicklung eines IT-Gesamtkonzepts, strategische Ausrichtung des Unternehmens, Umsetzung der notwendigen Veränderungen und Qualifikation der Mitarbeiter zweifellos Chefsache.
IT-Gesamtkonzept
Strategische Ausrichtung
Bereitschaft zur Veränderung
Qualifikation der Mitarbeiter
Auszug aus Whitepaper

Die Unternehmen der Fertigungsindustrie (Maschinen- und Anlagenbau, Automotive etc.) erleben derzeit beachtliche Umsatzzuwächse. Die Nachfrage insbesondere nach deutschen Investitionsgütern vor allem aus dem Ausland scheint unaufhörlich zuzulegen. Die Gründe hierfür sind rasch ausgemacht: Trotz aller politischen Unsicherheiten zeigt sich die Weltkonjunktur robust, die globale Wirtschaft erfährt offensichtlich zudem eine leichte Belebung und Industriegüter aus Deutschland sind noch immer außerordentlich begehrt. Erstklassige Ingenieurleistungen bringen seit Jahrzehnten wettbewerbsfähige Produkte hervor; in vielen Segmenten sind diese Weltspitze. Die große Zahl an Marktführern ist nicht zuletzt Beleg dafür.

Oberflächlich betrachtet, scheint alles bestens zu laufen. Wir sind wieder Export-Weltmeister, lt. Berechnungen des Ifo-Instituts weist die Leistungsbilanz in 2016 einen Überschuss von 297 Mrd. Dollar auf. Mit volkswirtschaftlicher Brille besehen zeigen sich hohe Beschäftigung, hohes Steueraufkommen und hohes Wohlstandsniveau. Aus betriebswirtschaftlicher bzw. betrieblicher Sicht jedoch sind vielfach – nicht nur im Mittelstand – hohe Kosten, geringe Rentabilität, geringe Eigenkapitalquote und folglich geringer unternehmerischer Handlungsspielraum für zukunftsträchtige Investitionen wahrzunehmen. Das Missverhältnis von Umsatz und Gewinn ist in der Tat das zentrale Dilemma in der Fertigungsindustrie. Der Kostendruck ist ein Dauerthema. Obwohl seit Jahrzehnten Jahr für Jahr enorme Summen in Informations- und Fertigungstechnik investiert werden, stellt sich keine nachhaltige Entlastung ein. Auch die üblichen Management-Maßnahmen wie Personalabbau, Outsourcing, Umstrukturierung und/oder Standortverlagerung bringen in der Regel nur selten den gewünschten Erfolg. Dies ist umso bedenklicher, wenn man davon ausgeht, dass die gegenwärtige konjunkturelle Lage sich auch wieder abkühlen wird. Es werden nicht nur wieder Schwächephasen kommen, aufstrebende Anbieter mit passablen Low-Cost-Produkten werden ebenso den Wettbewerbs- und Kostendruck verstärken. Das Gütezeichen "Made in Germany" als der Maßstab für Leistung und Qualität erlaubt zwar noch immer höhere Preise zu fordern, doch wird dieser Vorteil mit hoher Wahrscheinlichkeit in den nächsten Jahren geringer werden. Umso wichtiger ist es, ein Umfeld zu schaffen, in dem eine "gesunde" Rentabilität entstehen kann.

In vielen Unternehmen der Fertigungsindustrie ist der Umsatz gut, die Rendite aber eher mangelhaft als ausreichend. Die rund 6.400 Betriebe des Maschinen- und Anlagenbaus erwirtschafteten in 2015 im Durchschnitt eine operative Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern (EBIT-Marge) von rund 6 %. Dieser Wert wäre gewiss kleiner ohne die steigenden Aftersales- und Service-Umsätze (Schulung, Beratung, Umbau/Modernisierung, Wartung, Instandsetzung, Ersatzteile etc.) mit höheren Erträgen. Nur wenige Firmen erreichen 2-stellige oder gar hohe 2-stellige EBIT-Margen, viele liegen bei 3 oder 2 % oder noch darunter. Nicht nur in diesen Unternehmen muss sich dringend etwas ändern. Soll das Betriebsergebnis verbessert werden, kann dies nur gelingen, wenn die Kosten für Entwicklung, Planung und Produktion in dem Maße reduziert werden, wie die erzielbaren Verkaufserlöse sinken. Doch wo liegen die Ursachen für die geringe Rentabilität? Der Automatisierungsgrad in Teilefertigung, Montage und Qualitätskontrolle ist bereits sehr hoch. Hier gibt es zwar noch Potentiale, diese auszuschöpfen, ist aber mit erheblichen Aufwänden verbunden. Hingegen sind in den fertigungsvorgelagerten Bereichen Entwicklung, Konstruktion und Arbeitsplanung noch enorme Einsparungs- und Optimierungsmöglichkeiten gegeben. Da ist zum einen der Anteil verursachter Kosten im Technischen Büro. Der kleinere Posten sind Sachkosten (Hard- und Software etc.), der größere – ca. 70 % – entfällt auf Personalkosten. Mit zunehmender Individualisierung der Produkte zeichnet sich hierbei ein ansteigender Konstruktions- und Arbeitsplanungsaufwand ab. Zum andern legen Entwicklung, Konstruktion und Arbeitsplanung (Design und Manufacturing Engineering) bis zu 75 % der Produkt(ions)kosten fest. Hier qualifiziertes Personal einsparen zu wollen, wäre kontraproduktiv, da der Anteil der festgelegten Kosten insbesondere von der Qualität der Konstruktions- und Planungsarbeit bestimmt wird. Gute Mitarbeiter in ausreichender Zahl sind an dieser Stelle unverzichtbar.

Kostenanteile der Produktion

Offensichtlich eine Situation mit wechselseitigen Abhängigkeiten. Wo liegen also die konkreten Einsparungspotentiale? Einerseits fordern Kunden immer mehr Individualprodukte mit hoher Funktionsvariabilität und Anwendungsflexibilität, andererseits werden große Stückzahlen (Lose) gebraucht, um steigende Produktionskosten vermeiden zu können. Die Auflösung dieses Widerspruchs scheint in der Quadratur des Kreises zu liegen. Bei eingehender Betrachtung der Sachlage bieten sich glücklicherweise auch realisierbare Lösungen an.

Das vorliegende Buch analysiert die Defizite und Kostentreiber in den fertigungsvorgelagerten Prozessen der Fertigungsindustrie und liefert konkrete Lösungen.

Rezensionen
Für Sie gelesen:

Wie funktioniert Digitalisierung nochmals?

Buchrezension: Das Kostenproblem der Fertigungsindustrie von Josef Schöttner

Bücher lesen ist immer noch ein großartiges Ereignis. Und es muss sich dabei nicht immer um Literatur in der Nähe von Hunter Thompson, Ryszard Kapuściński oder Grillparzer handeln. Auch Josef Schöttner kann einem eine Lesenacht bescheren. Vor allem, wenn man das »Kostenproblem der Fertigungsindustrie« auch schon selbst mit »Umsatz gut, Rendite mangelhaft« umschreiben musste.

»Umsatz gut, Rendite mangelhaft« so lautet ein Teil des Titels von Schöttners neuem Buch und der Untertitel ergibt bereits eine veritable Denkaufgabe: »Warum IT, Digitalisierung, PLM & Co. allein nichts ändern – Ursachen und Lösungen.«

Ein Hunter Thompson hätte bei solch einem Titel zwar sicherlich zuerst einen Whiskey getrunken und dann den Titel abgeändert zu »Fear and Loading in the industry«. Kapuściński hätte irgendwo in einem Billiglohnland sich mal umgehört und dann in einer fulminanten Reportage dem Leser zu spüren gegeben, dass es so schlimm im Industrieland nicht sein kann und dass es anderswo wirkliche Kostenprobleme gibt. Und Grillparzer? Naja, Drama pur.

Ohne Verknüpfung läuft wenig

Autoren wie Josef Schöttner sind da weniger dramatisch, auch wenn der Stoff durchwegs das Potenzial dazu hätte. Denn immerhin ist die »eigentliche Ursache für das Missverhältnis von Umsatz und Gewinn […] schlecht organisierte Arbeitsprozesse und ein eben solches Datenmanagement in den fertigungsvorgelagerten Bereichen der Produktentwicklung sowie der Arbeits- und Prozessplanung«, schreibt Schöttner. Und hier ist der springende Punkt: Zwar wird die Digitalisierung vorangetrieben und ein gewisses Datenmanagement, aber an den meisten Orten ist dies ein Flickwerk.

Schöttner zieht hier bereits zu Beginn des Buches ein deutliches Fazit, dass er dann über die nächsten rund 250 Seiten aufmerksam Punkt für Punkt aufbereitet zu einem Konzept, das in seinen Worten lautet: »Es ist höchste Zeit, eine IT-Systemlandschaft aufzubauen, die Projekte, Prozesse und Daten vernetzen und Daten zu Informationen verknüpfen kann.«

Bewusstsein für Daten entwickeln

Das vorgeschriebene Konzept oder eher Konzepte sind feingliedrig und führen bis in die Tiefen der Datenorganisation. Zum Beispiel der Vergabe von Verbundnummern oder wie Schöttner vorschlägt, in die Aufteilung einer solchen in eine Identifikations- und einer Klassifikationsnummer. Der Autor leuchtet in jede Ecke einer Produktion. Und findet dort überall Beispiele von Daten, die zwar vorhanden sind oder sein könnten, aber nutzlos sind oder wären, weil ihnen ein Anschluss fehlt. Sie sind nicht eingebunden in die IT-Systemlandschaft und oft scheint es, als hätten die Firmen gar kein Bewusstsein dafär entwickelt, welche Bedeutung und Gewinn diese Daten in einem vernetzten Verbund haben könnten und zu welchen Ersparnissen es führen kann, wenn die vielen tausend Möglichkeiten vernetzt genutzt würden.

Für jedes Problem gibt es eine Lösung

Schöttner meint es ernst mit dem Zusatz »Warum IT, Digitalisierung, PLM & Co. allein nichts ändern – Ursachen und Lösungen.« Wo immer er ein Problem entdeckt, hält er auch eine Lösung bereit, die klar und einleuchtend ist.

Wer sich also bereits einmal die Frage stellte, warum der Umsatz gut, die Rendite aber mangelhaft ist, der soll kurz seinen Grillparzer, Kapuściński oder Thompson für ein paar Tage niederlegen und Josef Schöttners Buch in die Hand nehmen – es lohnt sich, um danach beruhigter und vielleicht sorgenloser sich der schönen Literatur widmen zu können.

Technik und Wissen, Bern/Schweiz, Juli 2017
Lesermeinungen:

"... Gratulation für dieses interessante und wichtige Buch."

Eugen Albisser, Technik- und Wissenschaftsjournalist, Bern/Schweiz, August 2017

"... habe Ihr Buch gelesen und finde es sehr gut, da es genau die richtigen Themen beleuchtet."

Dr. Diego Steger, IT-Berater, Baiersdorf, Dezember 2017

"Kosteneinsparung durch PLM: Herr Schöttner achtet auf wirklich jedes Detail in diesem doch so umfangreichen PLM Umfeld. Ein Muss für jeden, der die schwierige Aufgabe hat, PLM in der Firma einzuführen."

Christoph Klingler, Director IT, Oberpfaffenhofen, Februar 2018
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